Prüfe Regulierung und Gebühren, bevor du Geld bei einem ETF-Broker überweist. Beim ETF Kaufen erwirbst du Anteile an einem börsengehandelten Indexfonds, der einen Index wie den SMI nachbildet. Dafür brauchst du ein Depot.
Wir haben die drei besten Broker für Schweizer ETF Anleger verglichen. Geprüft haben wir fünf Konditionen: die Regulierung samt Entität für Schweizer Kunden, die Kosten pro Order, die ETF-Auswahl mit Handelsplätzen, das Sparplan-Angebot und das Steuerreporting.
Folgende ETF-Broker haben wir 2026 verglichen:
- XTB: Bester ETF-Broker insgesamt & kommissionsfreier Handel
- eToro: Bester ETF-Broker für Social Trading
- Freedom24: Beste Wahl für internationalen Börsenzugang
Wir zeigen dir ausserdem in unserem Guide, wie ETFs funktionieren und nennen dir die Vor- sowie Nachteile von ETFs. Darüber hinaus erfährst du, welche Strategien du nutzen kannst. Lerne in unserem Beitrag, wie der gesamte Prozess von der Depoteröffnung bis zur ersten Order im Detail abläuft.
Key Facts
- Legalität: Der Kauf und Besitz von ETFs ist für Schweizer Privatanleger vollständig legal und unterliegt keiner Bewilligungspflicht.
- Investieren als Schweizer: Du investierst über ein Depot bei einer inländischen Bank oder einem internationalen Online-Broker direkt in ETFs an der SIX Swiss Exchange oder an anderen Börsen.
- Gewinnerwartung: Die durchschnittliche Rendite breit gestreuter Aktien-ETFs liegt über einen Zeitraum von 20 Jahren bei rund 6 bis 9 % pro Jahr.
- Kosten: Die laufenden Kosten eines ETFs bewegen sich zwischen 0,05 und 0,75 % des investierten Kapitals pro Jahr, abhängig von Anbieter und Anlageklasse.
- Risiken: Kurs- und Währungsrisiken sowie Konzentrationen auf wenige Branchen zählen zu den zentralen Risikofaktoren.
Wie funktioniert das Investieren in ETFs als Schweizer?
Der Ablauf gliedert sich in klar definierte Schritte, die du in wenigen Tagen von der ersten Recherche bis zur ersten Position durchläufst.
Schritt 1: Anlageziel definieren
Am Anfang steht ein konkretes Anlageziel, etwa der Aufbau eines Vermögens von 250’000 CHF bis zum 55. Lebensjahr. Du berechnest mit einem monatlichen Sparbetrag von 500 CHF und einer angenommenen Rendite von 7 % den ungefähren Endwert nach 20 Jahren.
Diese Zahl liegt bei rund 260’000 Franken. Das konkrete Ziel bestimmt später die Wahl von ETF-Typ und Anlagehorizont.
Schritt 2: Risikoprofil ermitteln
Im zweiten Schritt ermittelst du deine Risikotoleranz anhand von Fragebögen, die Broker während der Kontoeröffnung anbieten.
Ein Depot mit 80 % Aktien-ETFs und 20 % Anleihen-ETFs eignet sich für einen 30-Jährigen mit langem Anlagehorizont. Ein 55-Jähriger mit Pensionierung in zehn Jahren wählt hingegen eine defensivere Gewichtung von 50 zu 50.
Schritt 3: Broker auswählen
Die Wahl des Brokers entscheidet über Gebühren und Börsenzugang. Bei Freedom24 kostet eine Order im Tarif Smart eine Grundgebühr plus einen Betrag je Anteil, bei XTB und eToro fällt auf ETFs keine Kommission an. Bei 300 Franken im Monat summiert sich dieser Unterschied über 20 Jahre auf mehrere tausend Franken.
Schritt 4: Konto eröffnen und verifizieren

Nach der Registrierung mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer verlangt der Broker eine Identitätsprüfung, in der Regel per Video-Identifikation.
Du lädst eine Kopie deines Passes oder deiner ID hoch und bestätigst deine Wohnadresse mit einer aktuellen Rechnung. Die Verifizierung dauert bei digitalen Verfahren unter 30 Minuten.
Erst danach schaltet der Broker das Konto für Einzahlungen frei.
Schritt 5: Kapital einzahlen

Die erste Einzahlung erfolgt per Banküberweisung, Kreditkarte oder E-Wallet, abhängig vom Broker. Ein Betrag von 1’000 CHF reicht für den Einstieg in mehrere ETF-Positionen.
Banküberweisungen benötigen 1 bis 3 Werktage, Kreditkartenzahlungen stehen sofort zur Verfügung. Die Währung der Einzahlung beeinflusst spätere Umrechnungsgebühren beim Kauf von US-Dollar- oder Euro-ETFs.
Schritt 6: ETF auswählen

Die Auswahl orientiert sich an Kostenquote, Index, Fondsvolumen und Domizil. Ein Fondsvolumen von über 500 Millionen Franken signalisiert Liquidität und enge Handelsspannen. Du vergleichst beispielsweise ein Produkt von iShares mit einer TER von 0,20 % gegenüber Alternativen anderer Anbieter.
Schritt 7: Order platzieren

Beim Kauf legst du folgende Merkmale fest:
- ETF (ISIN)
- Ordergrösse
- Ordertyp
- Mögliches Limit
Eine Marktorder für zehn Anteile zu je 95 CHF kostet dich 950 Franken zuzüglich Ordergebühr. Ein Limit von 93 CHF verhindert den Kauf zu einem höheren Kurs bei schwankenden Märkten. Bei liquiden ETFs erfolgt die Ausführung innerhalb weniger Sekunden.
Schritt 8: Position überwachen und verwalten

Nach dem Kauf überwachst du deine Position über die Broker-App oder ein separates Portfolio-Tool. Eine jährliche Überprüfung der Gewichtung, das Rebalancing, hält dein Portfolio nahe an der Zielallokation von beispielsweise 70 % Aktien und 30 % Anleihen.
Wie funktioniert ein ETF im Detail?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index nach, etwa einen globalen Aktienindex oder den SMI, ohne dass ein Fondsmanager einzelne Titel auswählt. Der Fondsanbieter kauft die im Index enthaltenen Wertpapiere in der jeweiligen Gewichtung oder bildet den Index über Derivate synthetisch nach.
Anteile am Fonds handelst du während der Börsenöffnungszeiten fortlaufend zu aktuellen Marktpreisen, ähnlich wie eine Aktie. Ein Market Maker stellt laufend Kauf- und Verkaufskurse, wodurch auch kleinere ETFs in der Regel handelbar bleiben. Die Kostenquote liegt durch den passiven Ansatz deutlich unter jener aktiv gemanagter Fonds.
Physische vs. synthetische Replikation
Physisch replizierende ETFs kaufen die Indextitel direkt, synthetische bilden den Index über Tauschgeschäfte mit einer Bank ab.
Wähle im Zweifel die physische Variante: Dort besitzt der Fonds die Titel tatsächlich, beim synthetischen ETF hängt ein Teil der Wertentwicklung an der Zahlungsfähigkeit des Swap-Partners.
Ausschüttend vs. thesaurierend
Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden auf dein Konto aus, thesaurierende legen sie automatisch wieder an. Für den Vermögensaufbau ist Thesaurieren bequemer.
Steuerlich behandelt die Schweiz beide gleich: Auch reinvestierte Erträge versteuerst du als Einkommen, massgeblich sind die Werte der ESTV-Kursliste.
Fondsdomizil: der unterschätzte Renditefaktor
Das Domizil erkennst du an der Länderkennung der ISIN und im Factsheet. Es entscheidet, wie viel Quellensteuer auf den Dividenden hängen bleibt.
Die Vor- und Nachteile von Investments in ETFs
Vorteile
- Niedrige Kosten: Die Kostenquote vieler ETFs liegt unter 0,3 % pro Jahr und damit oft bei einem Fünftel bis Sechstel der Gebühren aktiv gemanagter Fonds.
- Breite Diversifikation: Ein einziger ETF auf einen globalen Aktienindex bündelt über 1’000 Aktien aus mehr als 20 Ländern in einem Wertpapier.
- Hohe Liquidität: Grosse ETFs mit einem Fondsvolumen über einer Milliarde handeln täglich mehrere Millionen, was enge Geld-Brief-Spannen ermöglicht.
- Transparenz: Die Zusammensetzung veröffentlicht der Anbieter täglich auf seiner Website, inklusive Gewichtung jedes einzelnen Titels.
- Einfacher Zugang: Du kaufst ETFs über jedes Standarddepot, ohne Mindestanlage oder komplexe Zeichnungsprozesse.
- Flexibilität beim Handel: Kauf und Verkauf funktionieren während der Börsenöffnungszeiten jederzeit zum aktuellen Marktpreis.
- Eignung für automatisierten Vermögensaufbau: Regelmässige Käufe ab kleinen Beträgen ermöglichen strukturierten Vermögensaufbau ohne grossen Zeitaufwand.
Nachteile
- Tracking-Differenz: Die tatsächliche Wertentwicklung weicht durch Kosten und Handelsmethodik vom zugrunde liegenden Index ab.
- Kein aktives Eingreifen: Ein ETF verkauft überbewertete Titel nicht, da er die Indexzusammensetzung strikt nachbildet.
- Klumpenrisiko: Nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes wie der MSCI World konzentrieren über 20 % des Volumens auf wenige US-Technologiewerte.
- Kontrahentenrisiko bei synthetischen ETFs: Swap-basierte ETFs tragen ein Gegenparteirisiko gegenüber der Bank, die den Swap stellt.
- Emotionaler Anreiz zum Verkauf: Starke Kursrückgänge verleiten unerfahrene Anleger zu überstürzten Verkäufen zum ungünstigsten Zeitpunkt.
- Währungsrisiko: ETFs in Fremdwährung schwanken mit dem Wechselkurs zwischen CHF und Fondswährung.
ETFs zeichnen sich durch niedrige Kosten und breite Streuung aus. Dem stehen Tracking-Differenzen und Klumpenrisiken bei manchen Indizes gegenüber, etwa beim stark USA-lastigen MSCI World.
Wo kaufst du als Schweizer am besten ETFs?
Für den Kauf stehen dir Schweizer Banken und internationale Online-Broker offen. Wir haben die drei Anbieter in diesem Feld auf Gebühren, ETF-Auswahl, Sparplan-Konditionen, Regulierung und die Eignung für Schweizer Kunden geprüft.
1. XTB – bester ETF-Broker insgesamt mit kommissionsfreiem Handel bis 100’000 Euro Monatsumsatz

| Kondition | XTB |
|---|---|
| Anbieter / Entität für Schweizer Kunden | XTB S.A. German Branch, Berlin |
| Regulierung | BaFin-registriert, Aufsicht durch die polnische KNF |
| ETF-Auswahl | Über 2’100 ETFs (Anbieterangabe), dazu ETF-CFDs |
| Handelsplätze | 16 Börsenplätze, u. a. Frankfurt, London, NYSE, NASDAQ |
| Ordergebühr ETF | 0 % bis 100’000 EUR Monatsumsatz, danach 0,2 % (min. 10 EUR) |
| Depotgebühr | 0 EUR |
| ETF-Sparplan | Ja, ab 15 EUR Rate, bis 10 Pläne kostenlos |
| Mindesteinzahlung | Keine |
| Kontowährungen und Umrechnung | EUR-Konto, kein CHF; 0,5 % Umrechnung; Auszahlung in EUR, USD oder CHF gratis |
| Steuerreporting | Kein Schweizer e-Steuerauszug; Handelshistorie als Basis fürs Wertschriftenverzeichnis |
XTB ist ein polnischer Multi-Asset-Broker, der 2002 in Warschau gegründet wurde und seit 2016 an der dortigen Börse notiert ist. Die Plattform xStation 5 bietet Zugang zu über 12’500 Instrumenten, darunter auch echte Aktien und ETFs.
Der Schwerpunkt liegt auf einer Kombination aus CFD-Handel und Spot-Zugang zu Wertpapieren für Buy-and-Hold Strategien. Beim ETF-Handel berechnet XTB bis zu einem monatlichen Ordervolumen von 100’000 Euro keine Kommission, danach fällt eine Gebühr von 0,2 % an.
Vor- und Nachteile von XTB
Vorteile
- Kommissionsfrei bis 100’000 Euro Umsatz pro Monat
- Über 400 ETFs im Sparplan wählbar, bis zu zehn Pläne mit je neun ETFs
- Einzelkauf bereits ab 1 Euro
- Eigene Plattform xStation 5 mit Analyse-Tools
- Keine Mindesteinzahlung
Nachteile
- Kein CHF-Konto, 0,5 % Umrechnung bei jedem Kauf in Fremdwährung
2. eToro – bester ETF-Broker für Social Trading

| Kondition | eToro |
|---|---|
| Anbieter / Entität für Schweizer Kunden | eToro (Europe) Ltd |
| Regulierung | eToro-Gruppe u. a. CySEC, FCA, ASIC; |
| ETF-Auswahl | 740 |
| Handelsplätze | 20+ |
| Ordergebühr ETF | 0 % Kommission, Kosten im Spread |
| Depotgebühr | 0 USD |
| ETF-Sparplan | Wiederkehrende Investitionen verfügbar ab 25 USD |
| Mindesteinzahlung | 50 USD, Banküberweisung ab 500 USD |
| Kontowährungen und Umrechnung | USD; lokale Konten EUR, GBP, AUD, DKK je nach Wohnsitz; kein CHF; Umrechnungsgebühr nach Zahlungsweg und Club-Stufe |
| Steuerreporting | Kein Schweizer e-Steuerauszug; Steuerbericht in der App |
eToro startete 2007 in Israel und etablierte sich mit CopyTrader als Pionier im Social Trading. Über 25 Millionen registrierte Nutzer handeln auf der Plattform unter anderem ETFs und CFDs.
Der Schwerpunkt liegt klar auf Social- und Copy-Trading Funktionen, die das Nachbilden fremder Portfolios per Klick ermöglichen. Beim ETF-Handel bietet eToro 740 Produkte kommissionsfrei an, unabhängig von der Ordergrösse oder der Ausführung über CopyTrader.
Vor- und Nachteile von eToro
Vorteile
- Kommissionsfreier ETF-Handel unabhängig von der Ordergrösse
- CopyTrader zum automatischen Nachbilden fremder Strategien
- Unbefristetes Demokonto mit 100’000 USD virtuellem Kapital
- Bruchteilsanteile möglich
Nachteile
- Hohe Mindesteinzahlung
- Umrechnungsgebühr bei Ein- und Auszahlung ausserhalb der Kontowährung
3. Freedom24 – bester ETF-Broker für internationalen Börsenzugang

| Kondition | Freedom24 |
|---|---|
| Anbieter / Entität für Schweizer Kunden | Freedom Finance Europe Ltd, Limassol (Zypern) |
| Regulierung | CySEC, CIF-Lizenz 275/15 |
| ETF-Auswahl | 3600+ |
| Handelsplätze | USA, Europa und Asien, u. a. US-Börsen, europäische Börsen, HKEX, Shanghai, Shenzhen |
| Ordergebühr ETF | Tarif Smart: 2 EUR je Order + 0,02 EUR je Anteil; Asien: 0,25 % + 10 HKD/CNY je Order |
| Depotgebühr | 0; Monatsgebühr in allen Tarifplänen kostenlos |
| ETF-Sparplan | Ja, Auto Invest: 0 Kommission innerhalb der Funktion |
| Mindesteinzahlung | Keine |
| Kontowährungen und Umrechnung | 9 Währungen inkl. CHF |
| Steuerreporting | Kein Schweizer e-Steuerauszug; Handelshistorie als Basis fürs Wertschriftenverzeichnis |
Freedom24 gehört zur an der Nasdaq notierten Freedom Holding Corp. und ging 2008 an den Start. Der Broker mit Sitz in Zypern und Berlin bietet Zugang zu über 3600 ETFs und US-Optionen.
Der Schwerpunkt liegt auf einem breiten Produktangebot inklusive IPO-Zeichnungen, die viele Neobroker nicht bereitstellen. Beim ETF-Handel berechnet Freedom24 rund 2 CHF Grundgebühr plus 0,02 Franken pro Anteil.
Vor- und Nachteile von Freedom24
Vorteile
- Breites Angebot an UCITS-ETFs für langfristige Strategien
- Keine Depotgebühr im Tarif Smart
- Deutschsprachiger Support per Telefon, E-Mail und Chat
- Digitaler Depotübertrag über App oder Webversion
Nachteile
- Stückgebühr verteuert Orders auf günstige ETFs überproportional
- Keine Bruchteilsanteile
Die besten Strategien für den ETF Kauf
Für eine passive ETF-Anlage brauchst du keine Handelsstrategie im klassischen Sinn. Zu entscheiden sind zwei Punkte: ob du einmalig oder in Raten einsteigst und wie lange du hältst. Drei Ansätze decken die meisten Ziele ab.
Buy-and-Hold
Du kaufst einen breit gestreuten Welt-ETF und hältst ihn über Jahre, unabhängig von Zwischenkorrekturen. Dies ist die bevorzugte Strategie der erfolgreichsten Langzeit-Investoren wie Warren Buffet.
Rein statistisch lässt sich mit dieser Methode auf lange Sicht die höchste Rendite erzielen. Allerdings ist dafür ein hoher Einstiegsbetrag erforderlich, damit der Zinseszinseffekt von Anfang an auf der vollen Summe arbeitet.
Bei einer einzigen Order fallen auch nur ein Mal Ordergebühren an und deine Kursgewinne bleiben steuerfrei. Voraussetzung ist, dass du dein Kapital 5 bis 10 Jahre nicht brauchst.
Vorteile
- Tiefste Kosten
- Kursgewinne bleiben privat steuerfrei
- Kein Aufwand für tägliche Marktbeobachtung
Nachteile
- Korrekturen treffen die Position in voller Höhe
- Kapital ist über Jahre gebunden
Sparplan mit Cost-Average-Effekt
Hast du auf Anhieb keine grossen Kapitalmengen zur Verfügung und/oder möchtest beim Investieren das Kursrisiko minimieren, ist der Sparplan die passende Wahl.
Du investierst unabhängig vom Kurs einen festen Betrag pro Monat. Bei tiefen Kursen kauft die Rate mehr Anteile, bei hohen weniger; dein Einstiegspreis glättet sich über viele Kaufzeitpunkte.
Damit senkst du das Risiko eines schlecht gewählten Einstiegsmoments; das Marktrisiko der investierten Summe bleibt.
Vorteile
- Start ab kleinen Monatsraten
- Kaufzeitpunkte verteilen sich über Hochs und Tiefs
- Automatik schützt vor Timing-Emotionen
Nachteile
- Höhere Kaufkurse für spätere Raten in steigenden Märkten
- Gebühren fallen auf jede Rate an
Core-Satellite
Bei der Core-Satellite-Methode konzentrierst du den Grossteil deines Kapitals auf einen breit gestreuten ETF wie den MSCI World. Den Rest verteilst du auf gezielte Bausteine wie einen Schweiz-, Themen- oder Anleihen-ETF.
Das Fundament bleibt breit, deine Überzeugungen bekommen einen festen, kleinen Platz. Läuft ein Satellit dem breiten Markt hinterher, begrenzt sein kleiner Depotanteil den Schaden. Gleichzeitig erzielst du eine Outperformance des Core-ETFs, indem du über die Satelliten Märkte übergewichtest, die sich besser entwickeln als der Weltindex.
Im Gegenzug handelst du mehr Positionen, zahlst öfter Ordergebühren und stellst die Zielgewichtung per Rebalancing regelmässig wieder her.
Vorteile
- Stabiles Fundament durch breit gestreuten Core-Index
- Chance auf Outperformance des breiteren Marktes
Nachteile
- Mehr Positionen, Orders & Kosten
- Regelmässige Portfolio-Überwachung erforderlich
Kurzfristige Handelsstrategien und die Steuerfreiheit
Swing-Trading, Sektor-Rotation und ähnliche Ansätze verlangen häufige Käufe und kurze Haltedauern. Diese Muster prüft die Steuerverwaltung: Hältst du Titel unter sechs Monaten oder setzt du mehr als das Fünffache deines Depotbestands um, riskierst du die Einstufung als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler.
In diesem Fall werden deine Kursgewinne steuerbares Einkommen, und AHV-Beiträge kommen dazu. Für den langfristigen Vermögensaufbau mit ETFs sind deshalb lange Haltedauern und wenige Umschichtungen am besten geeignet.
ETF-Sparplan in der Schweiz aufsetzen: so geht’s
„Der grösste Vorteil eines automatisierten Sparplans liegt in der Disziplin, die er erzwingt, und die Rendite kommt danach von selbst.”
Ein ETF-Sparplan investiert automatisch einen festen Betrag in einen oder mehrere ETFs. Die Ausführung läuft monatlich oder quartalsweise. Anders als beim Einmalkauf verteilt sich der Kaufzeitpunkt über viele Perioden, wodurch sich der Durchschnittspreis glättet.
Den Cost-Average-Effekt dahinter kennst du aus dem Strategie-Kapitel. Für die Einrichtung des Sparplans bleiben sechs Entscheidungen.
Schritt 1: Lege dein Sparziel fest
Am Anfang steht ein konkretes Sparziel, etwa 50’000 CHF als Basis für eine spätere Anzahlung. Ein monatlicher Betrag von 400 Franken erreicht dieses Ziel bei einer angenommenen Rendite von 6 % in gut 8 Jahren. Die Zielsumme bestimmt Sparrate und Anlagehorizont.
Schritt 2: Wähle einen sparplanfähigen ETF

Für den regelmässigen Kauf eignet sich ein breit gestreuter Welt-ETF als Basisinvestment, zum Beispiel auf den MSCI World. Prüfe im Sparplan-Bereich deines Brokers, ob dein Wunsch-ETF dort verfügbar ist. Nicht jeder handelbare ETF ist auch sparplanfähig.
Setzt du thematische Schwerpunkte – z.B: Schwellenländer oder bestimmte Sektoren – ergänzt ein zweiter ETF das Basisinvestment.
Schritt 3: Lege Sparrate und Intervall fest

Nun legst du einen festen Betrag fest, beispielsweise 300 CHF pro Monat und einen Ausführungstag, etwa den 5. jedes Monats.
Zur Einordnung: 200 Franken monatlich wachsen bei 6 % Rendite in 10 Jahren auf rund 33’000 Franken an. Eingezahlt hast du davon 24’000 Franken.
Eine monatliche Ausführung passt zum Lohneingang. Eine wöchentliche Rate von 75 statt 300 CHF im Monat glättet Kursschwankungen stärker.
Schritt 4: Aktiviere den Sparplan
Bestätige ETF, Rate, Intervall und Ausführungstag in der Plattform. Der Broker zieht das Kapital automatisch von deinem Verrechnungskonto ein. Die erste Ausführung folgt zum nächsten gewählten Stichtag.
Schritt 5: Kontrolliere die ersten Ausführungen
Prüfe nach den ersten Käufen die Abrechnung auf folgende Daten:
- Richtiger ETF
- Korrekte Stückzahl
- Kurs
- Gebühren
Eine Abweichung von wenigen Rappen zwischen erwartetem und tatsächlichem Kaufpreis entsteht durch den Spread zum Ausführungszeitpunkt. Die Kontrolle der ersten 2 bis 3 Ausführungen schafft Sicherheit über den Ablauf.
Schritt 6: Passe den Sparplan langfristig an
Mit steigendem Einkommen erhöhst du die Sparrate, etwa von 300 auf 450 CHF nach einer Gehaltserhöhung. Eine jährliche Prüfung der Zielallokation zeigt, ob eine Anpassung der ETF-Auswahl oder der Gewichtung ansteht. Der automatisierte Charakter des Sparplans reduziert den Aufwand auf wenige Minuten pro Jahr.
Was sind die besten ETFs in der Schweiz zum Investieren?
Die folgende Tabelle zeigt sechs bekannte und grosse ETFs mit ihren wesentlichen Merkmalen. Zwei davon tragen ein Schweizer Domizil.
| Name | ISIN | Kostenquote | Volumen | Domizil | Ertragsverwendung |
|---|---|---|---|---|---|
| iShares Core MSCI World UCITS ETF | IE00B4L5Y983 | 0,20 % | ca. 154 Mrd. USD | Irland | Thesaurierend |
| Vanguard FTSE All-World UCITS ETF | IE00BK5BQT80 | 0,14 % | ca. 79,5 Mrd. USD | Irland | Thesaurierend |
| Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF | IE0032077012 | 0,30 % | ca. 12 Mrd. EUR | Irland | Ausschüttend |
| iShares Swiss Dividend ETF (CH) | CH0237935637 | 0,15 % | ca. 8,2 Mrd. CHF | Schweiz | Ausschüttend |
| UBS ETF (CH) SPI | CH0131872431 | 0,09 % | ca. 2,0 Mrd. CHF | Schweiz | Ausschüttend |
| iShares Dow Jones Industrial Average UCITS ETF | IE00B53L4350 | 0,33 % | ca. 1,5 Mrd. EUR | Irland | Thesaurierend |
Welche Gewinnerwartungen haben ETFs?
Die Gewinnerwartung eines ETFs hängt in erster Linie vom zugrundeliegenden Index und dem gewählten Anlagehorizont ab. Historische Daten zeigen für breit gestreute Aktienindizes eine durchschnittliche Jahresrendite zwischen 6 und 9 % über Zeiträume von 20 Jahren und länger.
Der Zeitraum von 2009 bis 2021 lieferte für globale Aktienindizes Renditen von teilweise über 12 % pro Jahr, getragen von der Erholung nach der Finanzkrise. Das Jahr 2022 brachte dagegen einen Rückgang von rund 18 Prozent für breit gestreute Weltaktienindizes, ausgelöst durch steigende Zinsen und geopolitische Spannungen.
Gehebelte ETFs vervielfachen die tägliche Marktbewegung mit Faktor 2 oder 3. Sie eignen sich ausschliesslich für kurzfristige Positionen. Über längere Zeiträume weicht ihr Ergebnis durch die Pfadabhängigkeit deutlich von der einfachen Vervielfachung ab.
Was kostet das Investieren in ETFs?
Bei ETF-Investitionen setzen sich die Gesamtkosten aus sechs Positionen zusammen.
- TER (Total Expense Ratio): Die TER deckt Verwaltung, Indexlizenz und Betriebskosten des Fonds ab. Im Schnitt liegt sie bei 0,22 % pro Jahr, der günstigste ETF kostet 0,03 %. Aktiv verwaltete Anlagefonds verlangen im Gegensatz dazu 1 bis 2 %.
- Geld-Brief-Spanne (Spread): Der Spread ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Bei liquiden ETFs fällt er kleiner aus als bei Nischenprodukten.
- Ordergebühr: Der Broker berechnet sie pro Kauf oder Verkauf. In unserem Vergleich reicht die Spanne von 0 % bei XTB und eToro bis 2 EUR plus 0,02 EUR je Anteil bei Freedom24.
- Fremdwährungsgebühr: Kaufst du einen ETF in Dollar oder Euro, rechnet der Broker um. Bei XTB kostet das 0,5 % des Ordervolumens, bei eToro hängt der Satz vom Zahlungsweg ab.
- Depotgebühr: Bei Banken fällt oft eine jährliche Depotgebühr an. Unsere drei Broker führen das Depot kostenlos.
- Stempelsteuer (Umsatzabgabe): Schweizer Effektenhändler ziehen je Abschluss 0,075 % auf Schweizer und 0,15 % auf ausländische Titel ab. Bei ausländischen Online-Brokern entfällt diese Abgabe.
Rechenbeispiel: ETF-Kauf für 5’000 Franken
Du kaufst über XTB einen Welt-ETF in Dollar, im Gegenwert von 5’000 Franken. Die Umrechnung kostet 0,5 %, also 25 Franken. Die Geld-Brief-Spanne kommt bei einem liquiden Welt-ETF mit wenigen Franken dazu.
Ordergebühr, Depotgebühr und Stempelsteuer fallen nicht an. Laufend zahlst du die TER, bei 0,20 % sind das 10 Franken im Jahr. Dein Einstieg kostet damit rund 30 Franken, danach läuft nur noch die Kostenquote.
Währungsumrechnungsrisiken als Schweizer ETF-Investor
„Hedging nur bei kurzem Anlagehorizont oder hoher Sensitivität gegenüber Wechselkursen einsetzen, denn Währungsschwankungen gleichen sich über 15 bis 20 Jahre historisch betrachtet in vielen Marktphasen aus.”
Mit CHF-Basis trägst du bei ETFs in Fremdwährung ein Wechselkursrisiko neben der Kursentwicklung des Index. Steigt der Euro oder US-Dollar gegenüber dem Franken, verstärkt sich deine Rendite. Fällt die Fremdwährung, schmälert der Wechselkurs den Gewinn oder vergrössert deinen Verlust.
Ein Beispiel: Ein US-ETF steigt um 8 % in Dollar, während der Dollar gleichzeitig 5 % gegenüber dem Franken verliert. Deine Rendite in CHF beträgt dann rund 2,6 %. Ein praktischer Ansatz ist die Streuung über mehrere Basiswährungen, etwa eine Kombination aus USD-, EUR- und CHF-ETFs im selben Portfolio.
Eine Währungsabsicherung neutralisiert diesen Effekt über Devisentermingeschäfte innerhalb des Fondsportfolios, die der Anbieter automatisch ausführt. CHF-gehedgte ETFs kosten 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte mehr TER als die ungesicherte Version desselben Index.
Steuern auf ETFs in der Schweiz
Kursgewinne aus dem Verkauf von ETFs bleiben für Privatanleger im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung gemäss Art. 16 Abs. 3 DBG steuerfrei. Private Kursverluste sind im Gegenzug nicht abzugsfähig.
Dividenden und Zinserträge unterliegen der ordentlichen Einkommenssteuer und fliessen in die Steuererklärung ein, unabhängig davon, ob der ETF ausschüttet oder thesauriert.
Auf Ausschüttungen Schweizer Emittenten wird eine Verrechnungssteuer von 35 % gemäss VStG an der Quelle abgezogen, die du über die korrekte Deklaration vollständig zurückforderst. Der gesamte Depotwert unterliegt der kantonalen Vermögenssteuer per 31. Dezember, deren Satz je nach Wohnkanton variiert.
Ausländische Quellensteuer und das Formular DA-1
Bei einem ETF mit Domizil USA behalten die USA 15 % Quellensteuer auf der Ausschüttung ein. Diesen Abzug rechnest du über das Formular DA-1 an deine Schweizer Steuern an. Fällt die Quellensteuer dagegen im Fonds selbst an, etwa in Irland, holst du persönlich nichts zurück.
Fazit: ETFs sind leicht zugänglich für Schweizer, Kosten und Risiken bleiben zu prüfen
ETFs kaufen in der Schweiz gelingt in wenigen Schritten und ohne hohe Hürden beim Einstieg. Tiefe Kosten und steuerfreie Kursgewinne sprechen für ETFs als Baustein im Aufbau deines Vermögens. Die drei geprüften Broker decken dabei drei Bedürfnisse ab:
- XTB: Bester ETF-Broker insgesamt mit kommissionsfreiem Handel bis 100’000 Euro Monatsumsatz
- eToro: Bester ETF-Broker für Social Trading
- Freedom24: Bester für den Börsenzugang in USA, Europa und Asien
Auf der Gegenseite stehen die Risiken. Tracking-Differenzen und Klumpenrisiken bei an der Marktkapitalisierung der Aktien orientierten Indizes zählen hingegen zu den Punkten, die du vor dem Kauf einkalkulieren solltest.
Behalte zudem die Kosten im Blick: Ein breit gestreuter Basis-ETF und ein regelmässiger Sparplan bilden die Grundlage für eine solide Strategie über Jahrzehnte.
Dein nächster Schritt führt über ein kostenloses Demokonto. Dort übst du den Kauf und die Anpassung von ETF-Positionen ohne finanzielles Risiko, bevor echtes Kapital zum Einsatz kommt.
FAQ – Meistgestellte Fragen zum Thema
Ist der Kauf von ETFs in der Schweiz legal?
Ja, der Kauf von ETFs ist für Schweizer Privatanleger legal und bewilligungsfrei. Zum Vertrieb zugelassene Fonds unterliegen dem Kollektivanlagengesetz, die Aufsicht über die Anbieter liegt bei der FINMA. Auch ein Depot bei einem ausländischen Broker ist zulässig und gehört in die Steuererklärung.
Was passiert mit deinen ETFs, wenn der Broker Konkurs geht?
Deine ETF-Anteile verwahrt der Broker getrennt vom eigenen Vermögen. Im Konkursfall gibt der Verwahrer sie heraus oder überträgt sie auf ein Depot bei einem anderen Anbieter. Für Barguthaben haftet die gesetzliche Anlegerentschädigung des Sitzlands, in Zypern der ICF bis 20’000 Euro.
Brauchst du für ETFs ein Depot bei einer Schweizer Bank?
Nein, ein Depot bei einer Schweizer Bank ist für den ETF-Kauf nicht nötig. Internationale Online-Broker nehmen Schweizer Kunden an und führen dieselben Fonds. Der Unterschied liegt bei Stempelsteuer, e-Steuerauszug und Einlagenschutz, nicht bei den handelbaren ETFs.
Kannst du ETFs jederzeit wieder verkaufen?
Ja, du verkaufst ETFs jederzeit während der Handelszeiten der Börse. Der Market Maker stellt laufend Kurse, bei liquiden Fonds mit enger Geld-Brief-Spanne. Das Geld steht nach der Abwicklung von ein bis zwei Handelstagen zur Auszahlung bereit.
Welcher ETF eignet sich für Anfänger?
Für Anfänger eignet sich ein breit gestreuter Welt-ETF mit grossem Fondsvolumen und physischer Replikation. Prüfe vor der Kontoeröffnung per ISIN-Suche, ob der Fonds bei deinem Broker handelbar ist. Mit einem Sparplan ab kleiner Rate startest du dabei ohne grosses Einmalkapital.
